Finanzhandbuch Deutschland

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Einnahmen des Bundeshaushalts Deutschlands im Jahr 2026 – Struktur und Entwicklung

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht über die Einnahmen des deutschen Bundeshaushalts im Jahr 2026. Hier sehen Sie, aus welchen Quellen die Einnahmen stammen, wie hoch der Anteil der Steuereinnahmen ist, welche sonstigen Einnahmen es gibt und welche Rolle Kredite spielen. Die Informationen basieren auf offiziellen Plandaten und helfen zu verstehen, wie der Staat seine Ausgaben in diesem Jahr finanziert.


Gesamteinnahmen im Jahr 2026

Einnahmen des Bundeshaushalts sind alle Gelder, die der Staat im Laufe des Jahres erhält, um seine Ausgaben zu bezahlen. Die Struktur der Einnahmen zeigt, aus welchen Quellen das Geld kommt und wie sehr der Haushalt von der Wirtschaftslage abhängt.

Im 2026 betragen die gesamten Einnahmen des Bundeshaushalts Deutschlands etwa 425,2 Milliarden Euro 1. Diese Summe umfasst sowohl Steuer- als auch sonstige Einnahmen, die der Staat im Laufe des Jahres ohne neue Kredite einnehmen will. Die Kreditaufnahme beträgt 99,4 Milliarden Euro.

Der größte Teil der Einnahmen stammt aus Steuern. Sie bilden die finanzielle Grundlage des Haushalts. Der Anteil der Steuereinnahmen macht den größten Teil aller Einnahmen auf Bundesebene aus. Weitere Gelder kommen zum Beispiel durch Gebühren, Abgaben, Einnahmen aus Staatsvermögen und andere Quellen.

Die Gesamteinnahmen reichen nicht aus, um alle geplanten Ausgaben zu decken. Die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben wird durch Kredite geschlossen. Darum ist es wichtig zu unterscheiden zwischen den eigenen Einnahmen des Staates und den zusätzlichen Mitteln, die durch Kreditaufnahme hinzukommen.

Aufteilung der Haushaltseinnahmen nach Art der Einnahmen

Die Einnahmen des Bundeshaushalts kommen aus mehreren wichtigen Quellen. In der Tabelle unten sehen Sie, welche Einnahmearten den Haushalt im Jahr 2026 finanzieren und wie hoch sie in Milliarden Euro sind. Das Diagramm zeigt anschaulich den Anteil jeder Quelle an den Gesamteinnahmen.

Den größten Teil machen die Steuereinnahmen aus. Dazu gehören die Mehrwertsteuer, Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Energiesteuern und andere Bundessteuern. Die Steuern sind die wichtigste Grundlage für einen stabilen Haushalt.

Eine eigene Kategorie sind die sonstigen Einnahmen – zum Beispiel Gebühren, Abgaben, Einnahmen aus staatlichem Besitz, Dividenden von Staatsunternehmen und weitere Gelder. Ihr Anteil ist deutlich kleiner als der der Steuern, aber sie tragen auch zur Finanzierung bei.

Da es in Deutschland ein Haushaltsdefizit gibt, gehören zur Finanzierungsstruktur auch Kredite in Höhe von 99,4 Milliarden Euro. Sie werden extra ausgewiesen, weil sie keine eigenen Einnahmen sind, sondern geliehenes Geld, um die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben zu schließen.

EU-Eigenmittel sind die Pflichtbeiträge Deutschlands zum Haushalt der Europäischen Union im Rahmen des EU-Eigenmittelsystems 2. Im Bundeshaushalt werden sie als negative Position gezeigt, weil das Geld ins Ausland fließt und nicht im nationalen Haushalt bleibt.

Tabelle 1. Einnahmen des deutschen Haushalts
nach Einnahmearten für das Jahr 2026 3

Einnahmeart Einnahmen
Mio. Euro
Anteil am Haushalt
in %
Übrige Einnahmen 113 180,7 21,58%
Sonstige 10 096,7 1,92%
Verwaltungseinnahmen 9 142,7 1,74%
Steuern und steuerähnliche Abgaben 145,0 0,03%
Gemeinschaftsteuern und Gewerbesteuerumlage 344 073,0 65,60%
EU-Eigenmittel -39 938,0 -7,61%
Bundessteuern 87 840,0 16,75%
GESAMT: 524 540,1 100,00%

Die Verteilung der Haushaltseinnahmen nach Ministerien finden Sie in Tabelle 2 auf der Seite „Bundeshaushalt Deutschlands“.

Diagramm 1. Quellen der Haushaltseinnahmen Deutschlands im Jahr 2026

Entwicklung der Haushaltseinnahmen

In der Tabelle unten sehen Sie die Entwicklung der Bundeshaushaltseinnahmen in den letzten 10 Jahren. Zur besseren Übersicht gibt es zwei Werte: Gesamteinnahmen, Kreditaufnahme und die prozentuale Veränderung zum Vorjahr.

So sieht man nicht nur die absoluten Summen in Milliarden Euro, sondern auch das Wachstum oder den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Der Prozentsatz zeigt, ob die Einnahmen in einem bestimmten Zeitraum gestiegen oder gesunken sind. Der Wert im Vergleich zum ersten Jahr zeigt den langfristigen Trend – wie stark sich die Einnahmen in zehn Jahren verändert haben.

In den letzten Jahren sieht man einen allgemeinen Anstieg der nominalen Haushaltseinnahmen. Nach einem starken Anstieg der Kreditaufnahme in Krisenzeiten ist deren Anteil wieder gesunken. Die Steuereinnahmen bleiben aber weiterhin die wichtigste Quelle und zeigen, wie es der Wirtschaft geht.

Tabelle 2. Entwicklung der Haushaltseinnahmen Deutschlands 4
in den letzten 10 Jahren von 2017 bis 2026

Jahr Einnahmen
Mrd. Euro
Zum Vorjahr
Mrd. Euro und %
Kreditaufnahme
Mrd. Euro
Zum Vorjahr
Mrd. Euro und %
2017 327,8 - - 1,3 - -
2018 342,2 14,4 4,38% 1,4 0,1 10,51%
2019 355,1 12,8 3,75% 1,3 0,0 -2,66%
2020 289,6 -65,4 -18,43% 218,9 217,6 16 136,91%
2021 331,4 41,8 14,44% 241,3 22,4 10,22%
2022 355,2 23,7 7,16% 140,6 -100,7 -41,72%
2023 429,6 74,5 20,97% 31,6 -109,1 -77,56%
2024 435,2 5,6 1,30% 41,6 10,0 31,76%
2025 418,6 -16,6 -3,82% 83,9 42,4 101,84%
2026 425,2 6,6 1,57% 99,4 15,4 18,36%

Diagramm 2. Entwicklung der Haushaltseinnahmen Deutschlands nach Jahren

Erläuterungen zu den Daten

  1. Gesamteinnahmen und Kreditaufnahme im Jahr 2026: stammen aus dem offiziellen Bundesgesetzblatt zum Haushalt in Bundesgesetzblatt (Haushaltsgesetz 2026 – HG 2026)
  2. EU-Eigenmittel: laut offenen Daten der EU So wird der EU-Haushalt finanziert
  3. Erläuterung zu Tabelle 1: Daten stammen aus dem offiziellen Haushaltsplan Bundeshaushaltsplan 2026
  4. Erläuterung zu Tabellen 1 und 2: Die angegebenen Daten sind SOLL-Werte – also geplante Einnahmen laut Haushaltsgesetz für das jeweilige Jahr. Sie zeigen die offiziell geplanten Summen, nicht das endgültige Ergebnis. Falls während des Jahres Änderungen nötig sind, wird ein Nachtragshaushalt beschlossen – ein zusätzlicher (korrigierter) Haushalt. Damit werden Einnahmen und Kreditaufnahmen an neue wirtschaftliche Bedingungen angepasst. Solche Änderungen sind bereits in den Tabellen berücksichtigt. Da der Haushalt bei Bedarf offiziell angepasst wird, unterscheiden sich die endgültigen Ausgaben meist nur wenig von den aktualisierten Plandaten. Deshalb können SOLL-Werte gut für eine Analyse genutzt werden.

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