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Mindestlohn in Deutschland: Höhe pro Stunde und Monat im Jahr 2026, Brutto und Netto

Der Mindestlohn in Deutschland (Mindestlohn) ist der gesetzlich festgelegte Mindestbetrag, den man für eine Stunde Arbeit bekommen muss. Auf dieser Seite findest du den aktuellen Mindestlohn, die wichtigsten Regeln, Ausnahmen und die Entwicklung in den letzten Jahren.


Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland?

Der Mindestlohn in Deutschland (Mindestlohn) ist der gesetzlich festgelegte Mindestbetrag, den man für eine Stunde Arbeit bekommen muss. In ganz Deutschland, also in allen 16 Bundesländern, gilt das Mindestlohngesetz (MiLoG) 1. Der Arbeitgeber muss mindestens diesen Betrag zahlen, wenn das Gesetz für den Job gilt. Diese Regel gilt überall im Land und soll sicherstellen, dass alle Arbeitnehmer mindestens ein Grundgehalt bekommen und es keinen Wettbewerb durch zu niedrige Löhne gibt.

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland 13,90 Euro brutto pro Stunde oder 2 409 Euro pro Monat bei einer Vollzeitstelle 2.

Der Mindestlohn ist ein Stundenlohn. Wie viel man pro Woche oder Monat bekommt, hängt davon ab, wie viele Stunden man arbeitet. In der nächsten Tabelle siehst du den Mindestlohn für verschiedene Zeiträume 3.

Tabelle 1: Mindestlohn pro Tag, Woche und Monat im Jahr 2026

Zeitraum Stundenanzahl Mindestlohn brutto
1 Stunde 1 13,90 €
1 Arbeitstag 8 111 €
1 Woche 40 556 €
1 Monat (40 Std./Woche) 173 2 409 €
1 Monat (35 Std./Woche) 152 2 108 €
1 Monat (30 Std./Woche) 130 1 807 €

Die Beträge in der Tabelle sind ungefähr, weil die Zahl der Arbeitstage und Stunden je nach Monat unterschiedlich ist. Auch im Arbeitsvertrag kann eine andere Arbeitszeit stehen.

Mindestlohn brutto und netto (vor und nach Abzügen)

Der Mindestlohn in Deutschland ist ein Bruttolohn, also vor Abzug von Steuern und Sozialabgaben. Du bekommst am Ende Netto ausgezahlt, das ist weniger als brutto, weil Steuern und Sozialabgaben vom Lohn abgezogen werden.

Vom Lohn werden meistens folgende Abgaben abgezogen:

Wie viel Netto du bekommst, hängt von mehreren Faktoren ab: vom Steuerklasse (Steuerklasse), Familienstand, Kindern und Beitragssatz zur Krankenversicherung.

Bei einem Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde und Vollzeit (40 Stunden pro Woche) beträgt das Bruttogehalt etwa 2 409 € im Monat. Davon bleiben nach Abzügen meist zwischen 1 700 € und 1 900 € netto übrig 3.

Wie hat sich der Mindestlohn verändert?

Der Mindestlohn in Deutschland wird regelmäßig angepasst. Denn Preise, Lebenshaltungskosten, Löhne allgemein und die Wirtschaftslage ändern sich mit der Zeit. Eine Erhöhung soll Menschen mit geringem Einkommen helfen, aber auch für Arbeitgeber machbar sein. Eine spezielle Kommission schlägt Änderungen vor, danach entscheidet die Regierung.

In den letzten Jahren wurde der Mindestlohn in Deutschland mehrmals erhöht. Im Jahr 2026 gilt ein Satz von 13,90 Euro brutto pro Stunde. Eine weitere Erhöhung ist schon beschlossen: Ab dem 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro brutto pro Stunde.

Im Folgenden siehst du eine Grafik zur Entwicklung des Mindestlohns nach Jahren. So kannst du schnell sehen, wie sich der Mindestlohn seit seiner Einführung verändert hat. In Deutschland steigt der Mindestlohn langfristig immer weiter an.

Diagramm 1: Entwicklung des Mindestlohns in Deutschland nach Jahren

Ausnahmen vom Mindestlohn

Das Mindestlohngesetz gilt für die meisten Arbeitnehmer in Deutschland. Es gibt aber einige Ausnahmen oder Sonderregeln. Diese Ausnahmen gibt es zum Beispiel bei bestimmten Arten von Praktika oder bei Jugendlichen ohne abgeschlossene Ausbildung.

Mindestlohn gilt nicht oder nur eingeschränkt für folgende Gruppen:

Außerdem gibt es in manchen Branchen Tarifverträge (Tarifverträge), die eigene Mindestlöhne festlegen. In diesen Fällen ist der Lohn oft höher als der gesetzliche Mindestlohn. Weniger als den gesetzlichen Mindestlohn darf aber niemand bekommen.

Mindestlohn und Existenzminimum

Der Mindestlohn in Deutschland soll sicherstellen, dass jeder ein Mindest-Einkommen zum Leben hat. Aber der Mindestlohn ist nicht gleich dem offiziellen Existenzminimum. Die Berechnung ist unterschiedlich. Für den Mindestlohn werden Löhne, Wirtschaftslage und Tarifverträge berücksichtigt; das Existenzminimum wird vom Sozialstaat festgelegt.

In Deutschland gilt als Orientierung oft das Bürgergeld oder die Sozialhilfe. Dieses Geld bekommt man, wenn das eigene Einkommen nicht für das Nötigste reicht.

Der Mindestlohn bei Vollzeit entspricht etwa 2 409 € brutto im Monat 3, das ist deutlich mehr als das Existenzminimum mit Bürgergeld etwa 563,00 € 4 plus Miete vom Amt bezahlt wird. Wer arbeitet, verdient mit dem Mindestlohn also meist mehr als mit Sozialhilfe.

Wer arbeitet und den Mindestlohn bekommt, hat meist deutlich mehr Einkommen als jemand mit Sozialhilfe. Aber wie viel am Ende zum Leben bleibt, hängt von Steuern, Miete und Familiengröße ab.

Häufige Fragen zum Mindestlohn in Deutschland (FAQ)

Fragen & Antworten

Wie hoch ist der Mindestlohn in Deutschland im Jahr 2026?

Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der Mindestlohn in Deutschland 13,90 Euro brutto pro Stunde. Der Arbeitgeber darf nicht weniger zahlen, wenn das Gesetz gilt.

Wie viel verdient man mit dem Mindestlohn pro Monat?

Wer Vollzeit arbeitet (etwa 40 Stunden pro Woche, ca. 173 Stunden im Monat) bekommt ungefähr 2 409 Euro brutto im Monat. Der genaue Betrag kann je nach Arbeitsstunden im Monat leicht schwanken.

Wie viel bleibt vom Mindestlohn netto übrig?

Mindestlohn wird als Bruttolohn festgelegt – also vor Steuern und Sozialabgaben. Je nach Steuerklasse und anderen Faktoren bekommt man etwa 1 700 € – 1 900 Euro netto im Monat.

Gilt der Mindestlohn auch für Ausländer?

Ja. Das Gesetz gilt für alle Arbeitnehmer in Deutschland, egal welche Staatsangehörigkeit sie haben. Wird offiziell gearbeitet, muss der Arbeitgeber mindestens den gesetzlichen Mindestlohn zahlen.

Mindestlohn beim Minijob – gilt das?

Ja, auch bei einem Minijob. Hier ist nur die Stundenzahl begrenzt, damit das Einkommen die Grenze für Minijobs nicht überschreitet (mehr Infos zum Minijob-Gehalt hier).

Zählt Überstundenarbeit auch zum Mindestlohn?

Ja. Für alle tatsächlich gearbeiteten Stunden – auch Überstunden – muss mindestens der gesetzliche Stundenlohn gezahlt werden. Im Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag können für Überstunden auch noch Zuschläge vereinbart werden.

Was gilt, wenn es einen höheren Branchenmindestlohn gibt?

Gibt es einen Tarifvertrag (Tarifvertrag), der einen höheren Branchen-Mindestlohn vorsieht, dann gilt dieser höhere Betrag. Das Gesetz legt nur das Minimum fest – wenn der branchenspezifische Lohn höher ist, muss dieser gezahlt werden.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich zu wenig Lohn bekomme?

Zahlt ein Arbeitgeber weniger als den gesetzlichen Mindestlohn, kann man sich an die Behörde Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS), die zum deutschen Zoll gehört (Zoll) wenden. Auch Gewerkschaften, Beratungsstellen oder ein Fachanwalt für Arbeitsrecht helfen weiter.

Darf ein Arbeitgeber weniger als den Mindestlohn zahlen?

In der Regel nein. Wer weniger zahlt als gesetzlich vorgeschrieben, verstößt gegen das Gesetz und riskiert eine Geldstrafe.

ISt der Mindestlohn überall in Deutschland gleich?

Ja. Der gesetzliche Mindestlohn gilt bundesweit gleich in allen Bundesländern.

Wann wird der nächste Mindestlohn erhöht?

Die nächste Erhöhung ist schon beschlossen: Ab dem 1. Januar 2027 steigt der Mindestlohn auf 14,60 Euro brutto pro Stunde.

Seit wann gibt es den gesetzlichen Mindestlohn?

Das Gesetz zum Mindestlohn gilt seit 2015. Seitdem gibt es erstmals einen einheitlichen gesetzlichen Stundenlohn in Deutschland.

Quellen & Erklärungen zu den Daten

  1. Mindestlohngesetz: Mindestlohngesetz, MiLoG
  2. Mindestlöhne werden von der sogenannten Mindestlohnkommission festgelegt: Mindestlohnkommission.
  3. Berechnung des Monatslohns bei Vollzeit:
    40 x 4,333 x 13,90 = 2 409 Euro pro Monat.
    Dabei sind 40 die Wochenstunden und 4,333 die durchschnittlichen Wochen pro Monat (= durchschnittliche Monatsarbeitszeit: 173,3 Stunden).
  4. Nettolohn-Schätzung: In Deutschland werden vom Bruttolohn meist ca. 20–30 % abgezogen (Steuern + Sozialabgaben). Mehr dazu unter: Abzüge vom Lohn hier erklärt.
  5. Das gesetzliche Existenzminimum (Regelbedarfstuffe 1) für einen Erwachsenen ab 1. Januar 2026 beträgt 563,00 Euro pro Jahr ohne Miete.
    Nähere Infos: "Sozialhilfe in Deutschland – Höhe & Anspruch"

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