Leistungen für Flüchtlinge in Deutschland: Wie viel Geld gibt es und welche Unterstützung ist möglich?
Flüchtlinge und Asylsuchende in Deutschland können verschiedene staatliche Hilfen bekommen. Wie viel Geld gezahlt wird, hängt vom Aufenthaltsstatus und der persönlichen Situation ab. In diesem Artikel erklären wir, welche Leistungen Flüchtlinge erhalten, wie hoch die Zahlungen sind und welche weitere Unterstützung der Staat bietet.
Welche Leistungen bekommen Flüchtlinge in Deutschland?
In Deutschland hängen Art und Höhe der Sozialhilfe für Flüchtlinge vom Aufenthaltsstatus ab. In verschiedenen Phasen des Aufenthalts gelten unterschiedliche Gesetze und Unterstützungsprogramme. Die wichtigsten Arten der Hilfe sind in der folgenden Tabelle aufgelistet.
Wie viel Geld und Unterstützung es gibt, hängt vor allem vom Aufenthaltsstatus und vom Stand des Asylverfahrens ab.
| Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) 1 | Für Asylbewerber und einige andere Gruppen von Ausländern, die noch keinen Flüchtlingsstatus haben. Diese Leistungen sichern das Existenzminimum. |
|---|---|
| Bürgergeld 2 | Grundsicherung für Menschen mit wenig Einkommen. Flüchtlinge können Bürgergeld bekommen, wenn sie einen bestimmten Aufenthaltsstatus oder zum Beispiel vorübergehenden Schutz haben. |
| Zusätzliche Unterstützung | Je nach Situation gibt es Unterkunft, medizinische Versorgung, Integrationskurse, Hilfe bei Ausbildung und Jobsuche. |
In Deutschland gibt es verschiedene Schutzstatus für Flüchtlinge, die durch das Asylrecht und internationales Recht geregelt sind. Die wichtigsten Status sind 3:
- Asylsuchende – Personen, die in Deutschland Asyl suchen.
- Asylbewerber – Menschen, deren Asylantrag noch geprüft wird.
- Asylberechtigte – Personen, die nach dem Grundgesetz (Artikel 16a) Asylrecht bekommen haben.
- Flüchtlingsstatus – Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention.
- Subsidiärer Schutz – zusätzlicher Schutz für Menschen, die nicht als Flüchtling anerkannt werden, aber trotzdem Schutz brauchen.
- Vorübergehender Schutz – zeitlicher Schutz, zum Beispiel für Menschen aus Kriegsgebieten.
- Geduldete – Personen mit einer Duldung, die kein richtiges Aufenthaltsrecht haben, aber nicht abgeschoben werden können.
Der Status entscheidet darüber, ob jemand arbeiten darf, welche Sozialhilfe möglich ist und wie hoch die Leistungen sind.
Der Aufenthaltsstatus bestimmt direkt, worauf man Anspruch auf Leistungen hat. Am Anfang des Asylverfahrens gilt meist das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Mit einem Schutzstatus oder einer Aufenthaltserlaubnis kann man in das allgemeine deutsche Sozialsystem wechseln.
Wie viel Geld bekommen Flüchtlinge in Deutschland?
Am Anfang bekommen Asylbewerber meist Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Dieses Geld ist für die wichtigsten Bedürfnisse wie Essen, Kleidung, Hygieneartikel und andere Grundausgaben gedacht.
Die Höhe der Zahlungen wird vom Staat festgelegt und regelmäßig angepasst. Wie viel Geld es gibt, hängt vom Status und von der Wohnsituation ab. Die Hilfe nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) besteht aus zwei Teilen:
- Persönlicher Bedarf – Geld für persönliche Ausgaben (Taschengeld).
- Notwendiger Bedarf – Geld für Grundbedürfnisse: Essen, Kleidung, Haushaltswaren und andere wichtige Dinge.
Je nachdem, ob man im Flüchtlingsheim oder in einer eigenen Wohnung lebt, unterscheiden sich die Zahlungen.
Taschengeld für Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen
Wenn Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen, werden viele Dinge direkt vom Staat gestellt. Zum Beispiel gibt es oft Essen, Kleidung und Hygieneartikel als Sachleistungen.
In diesem Fall bekommen Flüchtlinge meist nur ein Taschengeld (persönlicher Bedarf) – eine kleine Summe für persönliche Ausgaben.
Am 1. Januar 2026 beträgt das Taschengeld (persönlicher Bedarf) für einen erwachsenen Flüchtling in einer Erstaufnahmeeinrichtung 202,00 Euro pro Monat.
Tabelle 2: Taschengeld für Flüchtlinge in Erstaufnahmeeinrichtungen (Stand: 1. Januar 2026) 4
| Stufe | Lebenssituation | Taschengeld |
|---|---|---|
| I | Alleinstehende oder Alleinerziehende | 202,00 € |
| II | Paare in einer Wohnung/Unterbringung in Sammelunterkunft | 182,00 € |
| III | Erwachsene in einer stationären Einrichtung; Erwachsene unter 25 Jahren, die im Haushalt der Eltern leben | 163,00 € |
| IV | Jugendliche zwischen 14 und 17 | 138,00 € |
| V | Kinder zwischen 6 und 13 | 135,00 € |
| VI | Kinder bis 5 | 130,00 € |
Dieses Geld ist für kleine persönliche Ausgaben gedacht, zum Beispiel für Fahrkarten, Handy, Kleidung oder andere Dinge des täglichen Lebens.
Leistungen für Flüchtlinge außerhalb von Heimen
Leben Flüchtlinge in Gemeinschaftsunterkünften oder eigenen Wohnungen, bekommen sie die Leistungen komplett als Geld ausgezahlt. In diesem Fall gibt es beide Teile: persönlicher Bedarf – Geld für eigene Ausgaben und notwendiger Bedarf – Geld für Essen, Kleidung und Haushaltswaren.
Wer außerhalb eines Heims wohnt und die Hilfe komplett als Geld bekommt, erhält insgesamt (persönlicher Bedarf + notwendiger Bedarf) am 1. Januar 2026 als Erwachsener etwa 455,00 Euro im Monat.
Tabelle 3: Höhe der Leistungen für Flüchtlinge außerhalb von Heimen (Stand: 1. Januar 2026) 4
| Stufe | Lebenssituation | Betrag der Leistung |
|---|---|---|
| I | Alleinstehende oder Alleinerziehende | 455,00 € |
| II | Paare in einer Wohnung/Unterbringung in Sammelunterkunft | 409,00 € |
| III | Erwachsene in einer stationären Einrichtung; Erwachsene unter 25 Jahren, die im Haushalt der Eltern leben | 365,00 € |
| IV | Jugendliche zwischen 14 und 17 | 405,00 € |
| V | Kinder zwischen 6 und 13 | 337,00 € |
| VI | Kinder bis 5 | 309,00 € |
Neben diesen Zahlungen übernimmt der Staat oft auch Miete, Heizkosten, Nebenkosten und medizinische Versorgung sowie manchmal weitere Kosten in besonderen Fällen. Daher hängt die tatsächliche Unterstützung davon ab, was direkt bezahlt wird und was als Geld ausgezahlt wird.
Die Leistungen für Flüchtlinge sind meistens niedriger als die normalen Sozialleistungen in Deutschland, weil viele Kosten direkt vom Staat übernommen werden.
Bürgergeld für Flüchtlinge
Manche Flüchtlinge in Deutschland können Bürgergeld bekommen – das ist eine Grundsicherung für Menschen mit wenig Einkommen. Diese Leistung ist im Sozialgesetzbuch (SGB II) geregelt und richtet sich an Menschen im erwerbsfähigen Alter, die sich nicht selbst versorgen können.
Bürgergeld kann man meist nach Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis oder eines Schutzstatus bekommen 5. Zum Beispiel erhalten es:
- Personen mit Flüchtlingsstatus (Flüchtlingseigenschaft)
- Personen mit subsidiärem Schutz
- Personen mit Asylberechtigung
- Personen mit vorübergehendem Schutz
Sobald man diesen Status hat, wechselt man vom Asylbewerberleistungssystem (Asylbewerberleistungen) ins allgemeine Sozialsystem. Bürgergeld entspricht den normalen Sozialhilfesätzen.
Nach Anerkennung als Asylberechtigter, Flüchtling oder subsidiär Schutzberechtigter können Flüchtlinge Bürgergeld (SGB II) bekommen, wenn sie arbeiten können und nicht genug eigenes Einkommen haben 5.
Neben dem Grundbetrag übernimmt der Staat meist auch:
- Miete und Heizkosten;
- Krankenkassenbeiträge;
- Kurse zur Integration und Ausbildung;
- Zuschläge für Familien mit Kindern.
Bürgergeld ist die wichtigste Sozialhilfe für Flüchtlinge mit Aufenthaltserlaubnis und Arbeitsrecht in Deutschland.
Hilfe bei Integration und Arbeitssuche
Neben Geldleistungen gibt es in Deutschland viele Programme zur Unterstützung von Flüchtlingen. Diese helfen beim Deutschlernen, beim Berufseinstieg und bei der Jobsuche. Ziel ist es, dass Menschen schneller Teil der Gesellschaft werden und finanziell unabhängig sind.
Wichtige Angebote sind:
- Integrationskurse: Deutschkurse und Wissen über das Leben in Deutschland. Sie helfen beim Start ins Berufsleben und im Alltag.
- Berufsausbildung und Umschulung: Flüchtlinge können an Kursen teilnehmen oder einen neuen Beruf lernen.
- Spezielle Deutschkurse für den Beruf: Sprachkurse zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt.
- Hilfe bei der Jobsuche: Beratung im Jobcenter oder bei der Agentur für Arbeit, Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen und bei der Stellensuche.
- Angebote zum Einstieg in den Beruf: In manchen Fällen übernimmt der Staat zusätzliche Kosten oder zahlt Zuschüsse beim Arbeitsstart.
Dafür sind meist das Jobcenter, die Agentur für Arbeit und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig 6.
Häufige Fragen zu Leistungen für Arbeitslose in Deutschland
Fragen & Antworten
Wie viel Geld bekommen Flüchtlinge in Deutschland?
Die Höhe hängt vom Status und von der Wohnsituation ab. Zum Beispiel kann ein erwachsener Flüchtling außerhalb eines Heims bis zu 455,00 € im Monat nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen. Nach Anerkennung gibt es eventuell Bürgergeld, das bis zu 563,00 € beträgt. Zusätzlich werden oft Miete, Heizung und weitere Kosten übernommen.
Kriegen Flüchtlinge eine Wohnung kostenlos?
Ja. Am Anfang stellt der Staat meist eine Unterkunft im Heim oder bezahlt eine Wohnung. Miete und Nebenkosten werden normalerweise übernommen.
Dürfen Flüchtlinge medizinische Hilfe bekommen?
Ja. Flüchtlinge haben Anspruch auf medizinische Grundversorgung. Dazu gehören Behandlung bei Krankheit, Hilfe in der Schwangerschaft, Impfungen und nötige Therapien.
Dürfen Flüchtlinge in Deutschland arbeiten?
Ja, aber das Recht zu arbeiten hängt vom Aufenthaltsstatus ab. In manchen Fällen braucht man eine Erlaubnis vom Ausländeramt (Ausländerbehörde).
Können Flüchtlinge Kindergeld bekommen?
Ja. Nach Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis oder eines bestimmten Schutzstatus können Flüchtlinge Kindergeld, also Kinderzuschlag erhalten.
Kriegen Kinder von Flüchtlingen extra Geld?
Ja. Die Höhe hängt vom Alter des Kindes und von der Art der Leistung ab. Kinder erhalten oft zusätzliche Unterstützung für Bildung oder Schulsachen.
Können Flüchtlinge Bürgergeld bekommen?
Ja. Nach Anerkennung als Flüchtling oder mit Schutzstatus wechseln viele Menschen vom Asylbewerberleistungssystem zum Bürgergeld.
Müssen Flüchtlinge Integrationskurse selbst bezahlen?
Oft werden Integrationskurse vom Staat bezahlt. In manchen Fällen müssen Teilnehmer einen kleinen Teil selbst zahlen.
Dürfen Flüchtlinge eine Ausbildung machen?
Ja. Sie können an Ausbildungs-, Umschulungs- oder Qualifizierungsprogrammen teilnehmen. Das hilft bei der Jobsuche in Deutschland.
Was passiert, wenn ein Flüchtling Arbeit findet?
Sobald jemand arbeitet und genug verdient, können die Sozialleistungen gekürzt oder gestoppt werden. Oft gibt es aber noch eine Zeit lang zusätzliche Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben.
Quellenangaben & Erläuterungen zu den Daten
- Gesetz über Leistungen an Asylbewerber: Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG)
- Sozialgesetzbuch zum Bürgergeld: Sozialgesetzbuch (SGB) Zweites Buch (II) (Bürgergeld)
- Asylgesetz: Asylgesetz (AsylG)
- Beträge Taschengeld & Leistungen für Flüchtlinge: Bekanntmachung über die Höhe der Leistungssätze nach § 3a Absatz 4 des AsylbLG
- Zahlungen je nach Status: Der Asylprozess und staatliche Unterstützung (Bundesministerium für Arbeit und Soziales)
- BAMF – Bundesamt für Migration & Flüchtlinge: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Autorenteam finanz-handbuch.de
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